Wer den Artikel von Frank Schirrmacher in der FAS gelesen hat…

Im Zeitalter des Internets kann jeder alles sein, Verleger, Lektor, Autor, Journalist. Jeder kann partizipieren, jeder Geld verdienen. Das ist das Mantra. Dass keine dieser Aussagen stimmt, ist offensichtlich.

…sollte zwecks der Einordnung unbedingt auch Marcel Weiss

Natürlich gibt es diese Erfolge. Exciting Commerce, wo ich auch als Autor tätig bin, kann dieses Jahr Einnahmen im “mittleren sechsstelligen Bereich” verzeichnen. Aber natürlich können diese Erfolge nicht sofort die Dimensionen erreichen, für die die klassischen Medienunternehmen Jahrzehnte bis zu über einem Jahrhundert Zeit hatten. Aber weder müssen sie das, noch werden sie das höchstwahrscheinlich, weil ein Strukturwandel eben auch die Verteilung der Unternehmensgrößen in einem Markt beeinflusst. Und natürlich sind diese Erfolge hierzulande rarer gesät als in anderen westlichen Ländern.

Meedia

Fassen wir zusammen: Auf der einen Seite haben wir also wirtschaftlich total erfolglose Blogger und Konsorten. Auf der anderen Seite die gnadenlose Großkonzerne, die sich in der Schirrmacher’schen Weltsicht nun auch noch dazu aufschwingen, in die Hoheitsgebiete der Verlage einzufallen (…)

Christian Jakubetz

Es ist also auch in diesem Punkt schlichtweg falsch zu glauben, dies sei eine Frage, welchen Journalismus wir gerne hätten und ob wir bereit sind, für ihn zu bezahlen. Eher umgekehrt: Redaktionen, Journalisten, Verlage, Sender sollten sich besser darauf einstellen, dass ihnen künftig noch weniger vor die Füße fällt. Abos und Startseiten, ja, das wird es weiter geben, aber die Bedeutung solcher medialer Eheversprechen nimmt ab. Solange allerdings immer noch Eierkocher und MP3-Player in industriellen Mengen eingesetzt werden, um Abonnenten an sich zu binden, geht die Strategie in die falsche Richtung.

…und Thomas Knüwer lesen.

Schirrmacher aber führt nicht einmal die erfolgreichen Beispiele aus den USA an. Er kennt nur die Huffington Post, nicht aber die satte Menge Tech-Angebote mit schwarzen Zahlen, die profitablen Modeblogs oder auch die erfolgreichen Youtuber.

Zumindest einen von den Vieren.