Es existieren einige Artikel zum Thema Webfonts, zum Beispiel von Typekit oder Smashing Magazine. Sie erklären die Grundlagen des Font Renderings von Browser sehr gut, aber sagen nicht, wie man das beste “Leseerlebnis”, sozusagen, in jeden Browser bringt.

Grundlagen

Hierzu empfehle ich oben verlinkte Artikel. In aller Kürze: Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Fonts zu speichern, den PostScript-Weg und den TrueType-Weg. Der Unterschied zwischen beiden ist marginal und auch nicht so wichtig, aber PS Fonts sehen im Allgemeinen besser aus. Es gibt außerdem vier verschiedene Dateiformate für Webfonts, nämlich EOT, WOFF, SVG und TTF. WOFF ist der kommende Standard, ein komprimiertes Containerformat sowohl für PS als auch für TT Fonts. Jeder Browser bevorzugt ein anderes Format, aber zusätzlich spielt noch die Rendering Engine (GDI, GDI+, DirectWrite unter Windows, Quartz in MacOS) eine wichtige Rolle. Font Rendering 101: IE9 gut, Firefox nur wenn der Benutzer auf DirectWrite umstellt, <= IE8 schlecht, Chrome schlecht, alles auf Mac gut (weil überall dieselbe Engine verwendet wird).

Ausgangslage

One does not simply render Light fonts!, sagte mir Herr Gemürr. Zur Überprüfung habe ich von Lato Light (über Google Webfonts bezogen) in verschiedenen Browsern Screenshots gemacht, und es stimmt.

Font Vergleich

Chrome und Firefox rendern unter Windows 7 jeweils mit GDI+, was ziemlich pixelig aussieht. Hier noch mal im Detail, gleiche Reihenfolge.

Font Vergleich

Eine weitere Frage ist, ob das Format der Schriftdatei überhaupt eine Rolle spielt. Dazu habe ich eine Testseite aufgesetzt, welche Lato Light in verschiedenen Formaten lädt und anzeigt.

Format Vergleich

Stellt sich raus: Ja. Mit EOT kann erstmal nur der Intenet Explorer 9 umgehen (IE8 wäre noch interessant), SVG hilft nur Chrome. Die anderen sehen mit WOFF gut aus, außer Firefox, der per default schlecht rendert.

Lösung

Eine Möglichkeit wäre, so wie FontSpring jedes Format zu laden. Die Hoffnung dabei ist, dass der Browser sich die Datei aussucht, die er am besten darstellen kann. IE9 und Firefox scheinen das zu machen, Chrome bevorzugt unter Win 7 die WOFF Datei anstatt der SVG, die meines Erachtens besser aussieht. Weiterer Nachteil: Ladezeit.

Die andere Variante ist die am besten passende Datei je nach User-Agent mit Hilfe von Content Negotiation an den Browser zu liefern. Das ist vermutlich etwas aufwändig umzusetzen und nicht besonders zukunftssicher, die Chromium-Devs arbeiten an DirectWrite Support, so wie ich das lese. Firefox stellt irgendwann den Default um. Außerdem erfordert dieser Lösungsweg Tests auf mobilen Geräten und Tablets, ich weiß z.B. nicht, welches Format am Kindle Fire gut aussieht.

Schlussfolgerung

Ich persönlich finde mich damit ab, dass die Darstellung von Webfonts noch nicht so gut ist, wie wir sie gerne hätten und liefere Lato weiterhin als WOFF aus (aber möglicherweise nicht mehr über Google Webfonts). Wer keine Probleme mit der Ladezeit hat, bindet einfach alle Formate ein und Hardcoretypographen müssen wohl Hand an ihren Apachen legen.